GDO(E)S
Die Glimmentladungsspektroskopie (GDO(E)S:
Glow Discharge Optical (Emission) Spectroscopy) wurde 1967 entwickelt
von Herrn Dr. Grimm in Hanau zur Bestimmung der chemischen Zusammensetzung
metallischer Werkstoffe. 1973 wurde diese Quelle erstmalig zur
Tiefenprofilanalyse eingesetzt. Zu Beginn der 90er Jahre haben
Dr. A. Bengtsson und seine Mitarbeiter vom Schwedischen Institut
für Metallforschung durch ein neu entwickeltes Quantifizierungsmodell
die Aussagekraft dieser Tiefenprofilanalysen entscheidend verbessert.
Das Funktionsprinzip
Technische Grundlage der metall- und oberflächenanalytischen
Verfahren ist eine Gasentladungslampe als Zerstäubungs- und
Anregungsquelle, in der die Probe durch Argonionen annähernd
planparallel abgesputtert wird. Der Sputterprozeß und die
Anregung erfolgt wie in Abbildung 1 dargestellt:

erstezen durch Funktionsprinzip.pps Folie 3
Quelle: SPEKTRUMA Analytik GmbH
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| Abbildung 1: Anregungsmechanismus in Plasma |
Argonteilchen werden durch Anlegen einer Gleichspannung
ionisiert (1) und aufgrund der Potentialdifferenz auf die, als Kathode
geschaltete Probe, beschleunigt (2,3). Dadurch werden Probeteilchen
abgesputtert und im Plasma v. a. durch Elektronenstoß (5)
angeregt (6). Die ausgesendeten Lichtquanten werden in einem optischen
Emissionsspektrometer analysiert (7).

erstezen durch Funktionsprinzip.pps Folie 4
Quelle: SPEKTRUMA Analytik GmbH |
| Abbildung 2: Aufbau des optischen Emissionsspektrometer |
Die Fläche des Abtrages hängt vom gewählten Anodendurchmesser
ab, der in der Regel 4 oder 2,5 mm beträgt.
Die Lichtquanten werden durch eine Linse auf ein
holographisches Gitter abgebildet (Abbildung 2). Die Trennung der
Wellenlängen erfolgt mit einer optischen Anordnung nach Paschen/Runge
auf einem Rowlandkreis. Es ist somit möglich, die charakteristischen
Spektrallinien aller Elemente gleichzeitig zu messen. Wird die Messung
zudem zeitaufgelöst mit Hilfe eines Computersystems durchgeführt,
so können die Konzentrationsveränderungen aller vorliegenden
Elemente entlang der Tiefenachse durch eine Schicht erfaßt
werden [3,4].
Auf der Basis der Entwicklungsarbeiten von A. Bengtson
und seinen Mitarbeitern ist es heute möglich, zeitaufgelöste
GDO(E)S-Intensitätsverläufe mit Hilfe einer Multimatrixkalibration
in Konzentrations-Tiefenprofile zu transformieren. Eine derartige
Kalibration trägt der Tatsache Rechnung, daß verschiedene
Werkstoffe unterschiedliche Zerstäubungsraten aufweisen. Über
eine Normierung der Elementgehalte auf 100 % erhält man die
Konzentrationen der Elemente einer unbekannten Probe. Die Tiefe
wird ermittelt durch den Vergleich der aktuellen Sputterrate mit
der Sputterrate von Reineisen [2,4].
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Vor- und Nachteile
Vorteile quantitativer GDOS-Tiefenprofilanalysen:
- Tiefenprofilanalysen runder und gekrümmter Proben sind
möglich!
- Bestimmung aller Elemente (incl. H) möglich
- Niedrige Nachweisgrenzen (0,1 - 50 ppm; Ausnahme Cl und
F)
- Hohe Sputterrateà Tiefenprofilanalysen bis 100
µm
- Kostengünstige Anschaffung, geringe Analysenkosten
im Vergleich mit anderen oberflächenanalytischen Verfahren
- Chemische Analyse des Grundmateriales möglich+ Reproduzierbarkeit<
1% rsd+ Tiefenauflösung: ca. 10 % der abgetragenen Tiefe
(in Abhängigkeit von der Oberflächenrauheit)
Nachteile quantitativer GDOS-Tiefenprofilanalysen:
- Laterale Auflösung >2 mm
- Verfügbarkeit von Eichstandards
- Bindungszustände nur eingeschränkt nachweisbar
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Nichtleitende Schichten
Für Tiefenprofilanalysen nichtleitender Schichten ist eine Hochfrequenzquelle
erforderlich. Eine Quantifizierung der Intensitäts-Zeitprofile
ist durch eine Kalibration mit Referenzproben möglich.
Um durch den teilweise hohen Energieeintrag beim Sputterprozeß
die Probenoberfläche nicht zu beschädigen können
gepulste Entladungen verwendet werden. Dies führt zu deutlich
verbesserter Tiefenauflösung durch Wahl der optimalen Anregungsbedingungen.
Hier finden sie ein »
Beispiel «
für die Analyse eines Polymers mit gepulster und nicht gepulster
RF-Quelle
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Nachweisgrenzen:
Die Nachweisgrenzen moderner Spektrometer finden sie hier im pdf Format.
Nachweisgrenzen ansehen »
lesen «
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Literatur:
Sie können hier eine ausführliche Liste an Literaur
und Verschiedene Artikel im gepackten Format (.zip) herunterladen.
Um dies ansehen zu können benötigen Sie dann den Adobe
Acrobat Reader, den Sie, sollten Sie ihn noch nicht haben, hier
downloaden können.
Literaturliste
- ISO: "Surface chemical analysis - determination of thickness
and chemical composition of zinc-based metallic coatings by glow
discharge optical emission spectromerty" ;04/1999 »
lesen «
(Größe 247 KB)
- A. Bengtson: "Quantitative depth profile analysis by glow
discharge";GB 1994 »
lesen «
(Größe 476 KB)
- T. Asam: Schnelle Tiefenprofilanalytik mit der Glimmentladungsspektroskopie
; VDI-Seminar "Angewandte Oberflächen-,Grenzflächen-
und Dünnschichtanalytik"; Mai 2000 »
lesen «
(pdf Datei, Größe 1,37
Mb)
- Herr Dr. W. Verscharen: U,I-Abhängigkeit
der Sputtergeschwindgkeit
; November 2002 »
lesen
«
- Veröffentlichungen:
Prüfung von Randschichten - Übersicht
Diese Datei liegt als PowerPoint Präsentation vor (Größe:
entpackt 4,64 Mb)
Als zip Datei »
downloaden «
(Größe: 4,19 Mb)
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Tiefenauflösung
Die Tiefenauflösung ist bei allen sputternden Analyseverfahren
ein entscheidendes Kriterium. Oft wird behauptet die GDOS kann "dünne"
Schichten nicht mehr richtig auflösen. In dem unten aufgeführten
Beispiel ist die Analyse von 10 Wechselschichten Cu und Cr/Ni mit
einer Gesamtdicke von 1,6 Mikrometer aufgeführt.
Alle Schichten lassen sich vergleichsweise sehr gut auflösen.
Bemerkenswert ist v. a. dass die tieferliegenden Schichten nicht
weniger schlecht aufgelöst werden können als Schichten
an der Oberfläche der Probe.

60 nm mit 3 nm / Schicht
Quelle: Spectruma Analytik GmbH
Die Tiefenauflösung von sehr dünnen Schichten wie der hier dargestellten TiN/TiAlN/…TiAlN/TiNH/Si-Schichten mit einer Schichtdicke von ca. 3 nm pro Schicht zeigt eindeutig die einzelnen Schichten mit den Verunreinigungen zwischen den Schichten (Elemente H und O).

Quelle: Spectruma Analytik GmbH
Halbleiterschicht mit GaN Zwischenschicht
An der Oberfläche einer 100 nm dicken Halbleiterschicht bestehend aus GaN befindet sich eine Mg-Anreicherung von ca. 250 ppm. Darunter lässt sich eine Diffusionssperre bestehend aus Al mit einer Schichtdicke von 4 nm erkennen.
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Adapter für Drähte in der Universalmeßkammer
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- Einfacher Probenwechsel
- Definierte Probenpräparation
- Unterschiedliche Probendurchmesser möglich
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Cu-beschichteter Stahldraht

Ein Draht mit einem Durchmesser von 1 mm wurde mit Cu beschichtet. Nach wenigen Wochen löste sich die Schicht ab. GDOS-Tiefenprofilanalysen mit einem neu entwickelten Drahtadapter zeigen als Ursache eine ausgeprägte S-Anreicherung im Interface.
Link auf pdf Datei „Applikationsbericht“

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Quantifizierung
Umrechnung der Intensitäts-Zeitprofile in Konzentrations-Tiefenprofile
wie folgt (Angaben ohne Formeln):
1. Durchführung einer Kalibration mit zertifizierten Proben
mit bekannter Sputterrate (Sputterratenkorrektur)
2. Berechnung der Konzentrationen aller wesentlichen Elemente jedes
Volumensegmentes
3. Normierung auf 100 %
4. Berechnung der Dichte
5. Berechnung der Dicke jedes Volumensegmentes
7. Addieren aller Volumensegmente
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